Jachymov (2017)

Jáchymov
Ein Tanzmonument

Jáchymov/ St.Joachimsthal im Erzgebirge fordert uns heraus, einen künstlerischen Beitrag zur Aufarbeitung der Deutsch-Tschechischen Vergangenheit zu leisten. Unsere Tanzexpedition zu den Quellen der Macht widmen wir den 350.000 Menschen, die zwangsweise in Jáchymov nach 1945 untertage das Uran für das sowjetische Atombombenprogramm förderten. Zeitgleich badete oben in radonhaltigen Heilbädern im gepflegten Kurstädtchen die feine Gesellschaft ihre ermatteten Glieder. Diese Überlagerung von „tschechoslowakischem Gulag“ unten und verwöhnter Elite oben verarbeiten wir mittels zeitgenössischem Tanz, Zeitzeugenrecherchen vor Ort, biographischem Theater und Dokumentartanz zu einem intermedialen und kontroversen Tanz-Monument.

Tanz/Performance:Michelle Cheung, Iorhanne Da Cunha, Guido Preuß, Tobias Weikamp
Regie: Karel Vaněk
Choreografie:Karel Vaněk mit dem Ensemble
Konzept/Dramaturgie:Guido Preuß
Kostümdesing:Melanie Riester
Lichtdesign:Markus Becker
Musik:Chopin: op9.1, Brahms: WoO 1.1, Pierre Degeyter, Kaziguro Ishimuti
Musikalische Leitung:Guido Preuß
Produktion: Tanzwerke Vaněk Preuß, Brotfabrik Bühne Bonn,
ALT@art Prag, Theater Felina-Areal Mannheim
Förderer:Land NRW im Rahmen der Internationalen Kulturpolitik-Kooperationsförderung, Stadt Bonn,
Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds, Land Baden-Württemberg,
Landesverband freier Theater Baden-Württemberg e.V.


Presse:
„…Erinnerung ist im Tanz, wie derzeit in allen Künsten, ein aktuelles Thema. Aber Erinnerung an Vergangenheit und Gegenwart einer Stadt? Dies hat jedenfalls noch keiner versucht….Ein dunkles Grauen liegt über der avantgardistischen Tanzperformance. Ironie, Groteske, morbides Fin-de-Siecle-Feeling sind als komische Lichter eingesprengt….Das dunkle Tanzmonument ist ein strahlendes Grabmal."
(Heike Marx, Die Rheinpfalz, 20.07.2016)

„…Wenn so individualistisch wie hier inszeniert wird, dann versteht sich von selbst, dass auch die Tänzerinnen und Tänzer ihre individuellen Fähigkeiten mit einbringen müssen. Ihre eindrucksvollen Soli, Duos und Gruppenformationen bewegen sich immer ganz nah am Thema….Welch herbe Parodie wenn die vier Protagonisten die kommunistische Internationale „Wacht auf, Verdammte dieser Erde…" unausweichlich bis zur letzten Strophe singen."
(Klaus Keil, tanzwebkoeln.de, 20.01.2017)

Link zu Hintergrundbericht über das Stück Jáchymov und Tanzwerke Vaněk Preuß – 06.02.2017, GA-Online, http://ga-bonn.de/3468128


Fotos: Günter Krämmer, Meike Lindek